Aufnahmeverfahren für Hamburger Oberschulen
Jedes Jahr im Februar melden Hamburger Eltern ihre Kinder für die 5. Klasse an einer weiterführenden Schule an. Diese Seite erklärt den Ablauf, die Auswahlkriterien bei Übernachfrage und was Eltern wissen sollten.
Gymnasium oder Stadtteilschule?
Hamburg bietet zwei Wege zum Abitur:
- Gymnasium: Abitur nach 8 Jahren (Klasse 5–12). Leistungsorientierter Unterricht mit einer Beobachtungsstufe in Klasse 5 und 6.
- Stadtteilschule: Abitur nach 9 Jahren (Klasse 5–13). Alle Schulabschlüsse möglich, individuellere Förderung.
Beide Schulformen führen zum gleichen Abitur. Es gibt keine Einzugsgebiete — Eltern können jede öffentliche Schule in Hamburg frei wählen.
Ablauf und Fristen
Der Anmeldeprozess für das Schuljahr 2027/28 im Überblick:
- 1Oktober–Januar: Informieren
Schulen laden zu Tagen der offenen Tür und Informationsabenden ein. In der 4. Klasse erhalten Eltern die Grundschulempfehlung (Gymnasium oder Stadtteilschule) — diese ist in Hamburg nicht bindend, Eltern entscheiden frei.
- 2Erste Februarwoche: Anmeldung
In der Anmeldewoche geben Eltern das Anmeldeformular persönlich bei der Erstwunsch-Schule ab. Auf dem Formular werden bis zu drei Schulwünsche angegeben.
- 3Februar–April: Verteilungsverfahren
Die Schulbehörde verteilt die Plätze zentral. Bei Übernachfrage entscheiden die gesetzlichen Auswahlkriterien (siehe unten).
- 4April: Bescheid
Eltern erhalten den Zuweisungsbescheid per Post. Gegen eine Ablehnung kann innerhalb von vier Wochen Widerspruch eingelegt werden.
Erst-, Zweit- und Drittwunsch
Auf dem Anmeldeformular können Eltern bis zu drei Schulen angeben. Am Erstwunsch-Schulstandort konkurriert man nur mit anderen Erstwunsch-Familien. Am Zweit- und Drittwunsch-Standort steht man hinter allen Erstwunsch-Bewerbern für diese Schule.
Deshalb ist die Wahl des Erstwunsches besonders wichtig. Die BSB empfiehlt, eine Schule zu wählen, die realistisch erreichbar ist — unsere Anmeldezahlen helfen dabei, die Nachfrage einzuschätzen. Anmeldungen.
Auswahlkriterien bei Übernachfrage
Gibt es mehr Anmeldungen als Plätze, wird nach § 42 Abs. 7 HmbSG in dieser Reihenfolge ausgewählt:
- Härtefälle: Kinder mit einer besonderen Notlage, die sie auf genau diese Schule angewiesen macht.
- Geschwisterkinder: Kinder, die im kommenden Schuljahr ein Geschwisterkind an derselben Schule haben, werden bevorzugt aufgenommen.
- Schulweglänge: Unter den verbleibenden Bewerbern werden die Plätze nach der Länge des Schulwegs vergeben — wer näher wohnt, hat Vorrang.
Besonderheiten am Gymnasium
- Die Grundschulempfehlung ist nicht bindend — Eltern können ihr Kind auch gegen die Empfehlung am Gymnasium anmelden.
- In der Beobachtungsstufe (Klasse 5 und 6) wird überprüft, ob das Kind den Anforderungen gewachsen ist. Falls nicht, erfolgt ein Wechsel an eine Stadtteilschule.
Wechsel nach Klasse 6 in Zahlen
Am Ende der Beobachtungsstufe entscheidet die Lehrerkonferenz über den Übergang in Klasse 7. Wie viele Kinder nach Klasse 6 an eine Stadtteilschule wechseln, veröffentlicht die Schulbehörde jedes Jahr im Februar, für staatliche und private Schulen zusammen und einschließlich der freiwilligen Wechsel.
| Schuljahr | Wechsel an eine Stadtteilschule | Anteil der Sechstklässler des Vorjahres an Gymnasien |
|---|---|---|
| 2023/24 | 780 | 9,8 % |
| 2024/25 | 938 | 11,5 % |
| 2025/26 | 1.001 | 11,7 % |
Der Weg zum Abitur an der Stadtteilschule
Der Unterschied zum Gymnasium steht oben als Jahreszahl: neun Jahre bis zum Abitur statt acht. Woraus das zusätzliche Jahr besteht und was daneben offenbleibt:
- Der Aufbau: Auf Klasse 10 folgt die gymnasiale Oberstufe, zuerst die Vorstufe in Jahrgang 11, dann die Studienstufe in den Jahrgängen 12 und 13. Am Gymnasium beginnt die Studienstufe ein Jahr früher.
- Welche Abschlüsse offenstehen: der erste allgemeinbildende Schulabschluss nach Klasse 9, der erweiterte erste und der mittlere Schulabschluss nach Klasse 10, der schulische Teil der Fachhochschulreife und das Abitur. Eine frühe Festlegung auf einen bestimmten Abschluss ist nicht nötig.
- Der Wechsel nach Klasse 6 verbaut das Abitur nicht: Wer am Ende der Beobachtungsstufe vom Gymnasium an eine Stadtteilschule wechselt, läuft dort auf denselben Abschluss zu und hat ein Schuljahr mehr Zeit dafür. Wie viele Kinder das jedes Jahr betrifft, steht im Abschnitt darüber.
- Die Campusschulen sind Stadtteilschulen, die durch eine besondere innerschulische Organisationsform das Abitur sowohl nach neun als auch nach acht Jahren ermöglichen, je nach Modell durch die Wahl bei der Anmeldung oder durch den Wechsel in eine Gymnasialklasse derselben Schule nach Klasse 6.
Die Oberstufe läuft nicht an jeder Stadtteilschule am eigenen Standort. Einige Schulen führen sie gemeinsam mit einer Nachbarschule, andere unterrichten bis Klasse 10 und geben ihre Schülerinnen und Schüler danach an eine benachbarte Stadtteilschule ab. Die amtlichen Schuldaten trennen das nicht; welche Konstellation für eine Schule gilt, sagt die Schule selbst.
Was tun bei Ablehnung?
- Wird das Kind nicht an der Erstwunsch-Schule aufgenommen, wird es automatisch für den Zweit- und dann den Drittwunsch berücksichtigt.
- Kann keiner der drei Wünsche erfüllt werden, weist die Schulbehörde einen Platz an einer Schule gleichen Typs in zumutbarer Entfernung zu.
- Gegen den Zuweisungsbescheid kann Widerspruch eingelegt und ggf. eine Schulplatzklage beim Verwaltungsgericht Hamburg eingereicht werden.
Erfüllte Wünsche in Zahlen
Mit den Aufnahmebescheiden veröffentlicht die Schulbehörde jedes Jahr im April, wie viele Kinder an einer ihrer Wunschschulen aufgenommen werden. Gezählt sind die Kinder aus Hamburg an Gymnasien und Stadtteilschulen, und ein Kind zählt an jeder der bis zu drei angegebenen Schulen, nicht nur am Erstwunsch. Wer an keiner davon einen Platz bekommt, wird einer anderen Schule derselben Schulform zugewiesen.
| Schuljahr | Angemeldete Kinder aus Hamburg | Anteil an einer ihrer Wunschschulen | Ohne Platz an einer Wunschschule |
|---|---|---|---|
| 2025/26 | 16.612 | 98,2 % | 293 |
| 2026/27 | 16.977 | 97,9 % | 353 |
Tipps für Eltern
- Mehrere Schulen am Tag der offenen Tür besuchen — jede Schule hat ihr eigenes Profil und Schulklima.
- Die Nachfragezahlen vergangener Jahre prüfen, zu finden auf unserer Seite Anmeldungen.
- Als Erstwunsch eine Schule wählen, an der das Kind realistische Aufnahmechancen hat. Bei stark übernachgefragten Schulen kann der Schulweg entscheidend sein.
- Das Schulinfosystem des Geoportals Hamburg nutzen, um den Schulweg von der eigenen Wohnung aus zu berechnen.
Offizielle Quellen
- BSB: Anmelderunde für die 5. Klassen
- BSB: Von Klasse 5 bis zum Schulabschluss
- BSFB: Den richtigen Weg wählen. Hamburgs weiterführende Schulen im Schuljahr 2026/27 (PDF)
- Schulinformationszentrum Hamburg (SIZ)
- § 42 HmbSG — Aufnahme in die Schule
- BSB: Informationen zur Schulwahl (PDF)
- Geoportal Hamburg — Schulinfosystem
- BSB: Anmeldezahlen für Klasse 5 — SJ 2026/27
- BSFB: Aufnahmebescheide für Klasse 5 zum Schuljahr 2025/26
- BSFB: Aufnahmebescheide für Klasse 5 zum Schuljahr 2026/27
- BSFB: Statistik zum Schuljahr 2023/24 (Wechsel nach Klasse 6)
- BSFB: Statistik zum Schuljahr 2024/25 (Wechsel nach Klasse 6)
- BSFB: Statistik zum Schuljahr 2025/26 (Wechsel nach Klasse 6)
- IfBQ: Das Schuljahr 2025/26 in Zahlen, Datenblatt Schulformwechsel (Anteile ab 2024/25, PDF)
- IfBQ: Datenblatt Schulformwechsel 2024/25 (Anteil 2023/24, Webarchiv)
Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Regelungen des Hamburgischen Schulgesetzes (HmbSG) sowie die Bescheide der Schulbehörde. Stand: August 2026.